Fahranfänger

Nach Erhalt des Führerscheins.
Hier gibt’s Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Auch nach dem erfolgreichen Bestehen der Theoretischen und Praktischen Fahrprüfung, gibt es neben dem in der Fahrschule erlerntem noch viele Dinge die man als „Fahranfänger“ beachten sollte.

Probezeit:

Fahranfänger erhalten die erste Fahrerlaubnis ihres Lebens auf Probe. Der Führerschein ist zwar voll gültig, aber nach bestimmten Verkehrsverstößen muss an einem Nachschulungskurs bzw. Aufbauseminar teilgenommen werden.

Solange man unauffällig und korrekt fährt: zwei Jahre. Bitte aufpassen bei der Berechnung des letzten Tags: Die zweijährige Frist beginnt erst um Mitternacht nach der Aushändigung des Führerscheins! Man kann also sagen, die Probezeit dauert „zwei Jahre plus dem Rest von heute“.

Für Fahrer, die in den ersten zwei Jahren einen schweren Verkehrsverstoß begangen haben und deshalb zu einem Aufbauseminar verdonnert worden sind, verdoppelt sich die Probezeit auf vier Jahre. Die Dauer der Probezeit bestimmt man also durch seine Fahrweise mehr oder weniger selbst. Seit Anfang 2004 gibt es außerdem die Möglichkeit, durch die freiwillige Teilnahme an einem FSF-Seminar in einer Fahrschule die Probezeit um ein Jahr zu reduzieren (Stichwort: Zweite Ausbildungsphase).

Wenn während der Probezeit ein Verkehrsverstoß begangen wird, werden (je nach Art des Verstoßes) Aufbauseminare angeordnet.

Die Verkehrsverstöße werden in zwei Gruppen unterteilt: Katalog A und Katalog B. Begeht man EINEN Verstoß aus Katalog A, reicht das schon aus, um zum Besuch eines Aufbauseminars aufgefordert zu werden. Im Katalog B folgt beim ersten Verstoß kein Seminar, aber nach dem zweiten Verstoß ist man dann reif. In der Praxis kommen die Fälle aus Katalog B jedoch nur sehr selten vor.

Katalog A

(bereits beim ersten A-Delikt wird ein Aufbauseminar angeordnet):

Unfallflucht, unterlassene Hilfeleistung, fahrlässige Tötung oder Körperverletzung, Nötigung, Gefährdung des Straßenverkehrs, Trunkenheit, Fahren unter Drogeneinfluss, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Benutzung unversicherter oder nicht zugelassener Fahrzeuge (z.B. ohne Betriebserlaubnis), verbotene Fahrgastbeförderung, Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot, stark überhöhte Geschwindigkeit (ab 21 km/h Überschreitung), mangelnder Sicherheitsabstand, falsches Überholen, falsches Abbiegen, unerlaubtes Wenden oder Rückwärtsfahren, falsches Verhalten an Bahnübergängen, an öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulbussen, an Zebrastreifen, falsches Verhalten an Ampeln, am STOP-Schild, bei Haltzeichen von Polizeibeamten, Missachten der Vorfahrt.

Katalog B

(erst nach zwei B-Delikten wird ein Aufbauseminar angeordnet):

Kennzeichenmissbrauch. Sonstige Straftaten und Verkehrsverstöße aus dem Bußgeldkatalog, die nicht in Katalog A stehen und mindestens 40 EURO Geldbuße kosten.